Sexy Kerle und dicke Knödel

03.06.2017
 
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Prag

Für die einen wirkt Prag mit seinen herausgeputzten Straßen und Häusern wie ein riesiges, megasauberes Disneyland, für die anderen ist Prag die Hauptstadt des deftigen Schweinebratens mit Knödeln und Bier. Andere wiederum begeistern sich für die Schwulenszene, immerhin die größte Osteuropas. Tom on Tour war 24 Stunden unterwegs in Prag und versuchte sich an allem … 



13.00 Uhr

Ankunft am modernen Internationalen Flughafen Prague Ruzyne. Wer Taxifahrer vermeiden will, die mit frisierten „Turbo-Taxametern“ Touristen abzocken, aber trotzdem bequem ins Hotel chauffiert werden möchte, sollte sich von Prague4Gay-Chef Petr Prokopík mit dem Auto abholen lassen. 

15.00 Uhr
Einchecken im Hotel Kings Court ***** – das 5-Sterne-Boutiquehotel zeichnet sich durch seine faszinierende Kombination aus historischer und zeitgenössischer Eleganz und seine zentrale Lage aus: die Fußgängerzone ist in fünf Fußminuten erreichbar, die Schwulenszene Vinohrady erreicht man in 20 Minuten zu Fuß. Die Zimmer verfügen über ein separates Schlafzimmer, einen komfortablen Wohnbereich und eine gut ausgestattete Kochecke. Kostenloses W-LAN im gesamten Hotel. Tipp: Ein Zimmer inklusive Frühstück buchen und somit bis zu 50% beim Start in den Tag sparen.

16.00 Uhr

Gleich mal gucken, wo sich Prags Szenetanten zum Klatsch und Tratsch treffen! Das schicke Café Café (heisst wirklich so) ist nur 10 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt und erlaubt somit in Windeseile einen leckeren Latte Macciato mit Erdbeer-Sahne-Torte in schwuler Umgebung. Die verdammt gutaussehenden Kellner tragen gewöhnlich T-Shirts mit der Aufschrift „heterofriendly“ - und sind immer für einen Ausgeh-Tipp in der Prager Schwulen- und Lesbenszene zu haben. Je nach Tageszeit auch viele (Hetero-)Touristen.

17.00 Uhr

Nun ist es aber an der Zeit für einen ersten Stadtrundgang: Die Karlsbrücke, im 14. Jahrhundert erbaut, ist eine der ältesten Steinbrücken Europas – und ein echter Hingucker: Zahlreiche Heiligenfiguren säumen die Ränder der reinen Fußgänger-Brücke, am östlichen Ende befindet sich die Statue des wohl in der Geschichte Prags bedeutendstem Menschen, die von Kaiser Karl IV (1316-1378) nämlich. Wer sich auf der Brücke vor lauter Touristen nicht die Füße zertreten hat lassen, macht sich mit der Straßenbahn auf zur Prager Burg – dem Wahrzeichen Prags schlechthin. Von dort oben genießt man einen formidablen Blick über die Stadt.

20.00 Uhr

Prags traditionelle Küche trieft nur so vor schweren, fettigen Brocken, die stundenlang im Magen liegen: Zum Beispiel „Vepro-knedlo-zélo“ - Schweinebraten mit Knödeln und Kraut. Oder „Svícková“ - Rindfleisch-Lendenbraten mit Schlagsahne, Preiselbeeren und – na? - Knödeln natürlich! Wer es bekannter mag, kann sich auch an den XXL-Wiener Schnitzeln versuchen – zwar auch mit Preiselbeeren, aber immerhin ohne Knödel. Als gute Stube für das opulente Mahl empfiehlt sich das Gay-Restaurant Celebrity Café. Zwar ist das Servicepersonal ein wenig lahm und des Englischen nicht besonders mächtig, dafür schmeckt das Essen gut – und ist darüber hinaus recht günstig.

22.30 Uhr

Vom Celebrity Café aus braucht man nur fünf Meter weiter zu marschieren - und schon ist man im Klub TerMax dem ehemaligen berühmten Klubs Valentino.  Der erst kürzlich eröffnete Gay Klub TerMax, der sich vor allem auf Freunde elektronischer Musik ausrichtet, mit supermodernem Interieur, einer elektrisierenden Atmosphäre, zwei Bars und eine geräumige Tanzfläche – das alles bietet der zurzeit größte Gay Klub Prags - und irgendwo dazwischen kann man in sehr dunklen Räumen ein erotisches Abenteuer erleben …

02.00 Uhr

Wer sich nach ein paar Stunden nach Abwechslung sehnt, muss nicht verzagen: Rund fünf Fußminuten entfernt lockt der stylische Termix Club mit House und jungen Kerlen. Wer's düsterer und handfester mag, marschiert etwas weiter in den Fetisch-Club Alcatraz, wo vorwiegend Herren ab 30 in schwarzer Montur und mit strengen Blicken nach paarungswilligen Gleichgesinnten suchen. Schlager-, Pop und Trash-Musik-Fans dagegen ziehen in die sympathische Friends Bar, wo ein junger, kunterbunter Hühnerhaufen samt besten Freundinnen ausgelassen feiert – und reichlich bechert.

11.00 Uhr
Nach dem Frühstück im Hotel geht’s mit verkatertem Kopf und glasigen Augen Richtung Altstädter Rathaus mit seiner bekannten astronomischen Uhr. Ähnlich wie auf der Karlsbrücke wimmelt es in dieser Disneyland-Kulisse hier nur so von Touristen aus aller Herren Länder – ein wildes Klicken der Fotoapparate und ein nicht minder wildes Geschnattere aller möglichen Sprachen lässt den Kopf ordentlich brummen. Deutlich ruhiger, aber historisch nicht weniger interessant ist es dagegen auf dem alten jüdischen Friedhof zwischen Pinkas und Klaus-Synagoge in der Altstadt. Zahlreiche der rund 12.000 Grabmäler sind verziert mit Zeichen, die Familiennamen symbolisieren (z.B. Löwen, Blumen, Trauben).

13.00 Uhr

Bevor es zurück zum Flughafen geht, noch schnell auf einen Lunch in eine kleine Prager Gay-Institution, dem Erra Café. Das alternative Bistro mit Studenten-Charme lockt Schwule, Lesben und Heteros gleichermaßen und serviert – nicht zuletzt Dank seiner etwas versteckten Lage – günstige Drinks und leckere, leichte Küche. Das Personal ist jung, lässig und erkundigt sich beim Bezahlen gern mal danach, wann man denn wieder nach Prag kommt. Bald. Sehr bald.

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