Chalkidiki - Im Rausch von Griechenlands Schönheit

25.07.2012
 
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Chalkidiki ist Griechenlands Traumregion für einen entspannten Urlaub: Blaues Wasser, wohin das Auge reicht, Sandstrände bis zum Abwinken und Sonne pur. Da möchte man es sich am liebsten bei einem guten Glas Wein und einem Ouzo gemütlich machen. Gesagt, getan.



Als wir neulich auf dem Balkon eines Freundes in Berlin zusammensaßen, kamen wir auf das Thema Urlaub und Reisen zu sprechen. Natürlich. Denn jeder von uns hat schon die halbe Welt besucht und nichts liegt uns ferner, als darüber gegenüber unseren besten Freundinnen den Mantel des Schweigens zu hüllen. Ein guter Freund, nennen wir ihn der Höflichkeit halber Jeff, trug nach dem dritten Glas Rotwein ganz schön dick auf: Vor zwei Monaten sei er noch im verluderten Las Vegas gewesen, habe danach einen Kurztrip ins Schwulenparadies Palm Springs gemacht, bevor es anschließend über Key West und Miami zurück nach Deutschland ging. Natürlich Business Class geflogen und nur in 5-Sterne-Hotels genächtigt.

Dass während seines US-Trips nur die attraktivsten Boys und Männer mit ihm geflirtet haben, versteht sich von selbst. Irgendwie kam uns das alles so bekannt vor. Jeff erzählt diese Geschichte nämlich jedes Jahr aufs Neue. Wir waren vor vier Jahren mit ihm in den USA unterwegs und wissen natürlich, dass die Hälfte seiner Story geflunkert ist. Wenn er es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt, erkennen wir das sehr gut an seinen Gesichtszügen: viel Drama, viel Queen, manchmal auch beides zusammen. Aber wir hören ihm stets gerne zu, der Unterhaltungsfaktor ist groß, und das Gegackere am Tisch sowieso.

Dann aber berichtete er von seinem letzten Urlaub, drei Wochen sei das erst her. Er sagte, die Augen spannungsgeladen weit geöffnet, nur ein Wort: Griechenland. Ein Raunen ging über den Balkon. Wir konnten Sebastian, unseren klugen Volkswirtschaftler am Tisch, gerade noch bremsen, einen Monolog über die Wirtschafts- und Finanzpolitik Griechenlands vom Stab zu brechen. Aber Jeff fügte hinzu: „Es war ein Traum.“ Wir dachten zunächst natürlich alle an eine schöne Geschichte über Mykonos, der Barbara Streisand des europäischen Gay-Tourismus'. Aber er unterbrach jäh unsere Träume an unseren letzten Mykonos-Urlaub, an den wir uns gar nicht mehr so recht erinnern konnten, so lange ist das schon her. Es war irgendwann im letzten Jahrhundert. „Chalkidiki“, unterbrach Jeff unsere Träumereien und berichtete fortan mit einer solchen Leidenschaft über die Region, dass wir neugierig wurden. Denn außer Mykonos hatten wir noch nichts von Griechenland gesehen.

Dieses Mal sollte es nicht Mykonos sein ...

Jeffs Anekdoten klangen so vielversprechend und glaubwürdig, dass wir nach unserer Rückkehr in die Heimat gleich einen viertägigen Trip in die Chalkidiki buchten. Zwei Tage blaues Meer mit Land-und-Leute-Kennenlernen, und zwei Tage Thessaloniki. Erste Station unseres Trips war das Hotel Eagles Palace in Ouranoupolis auf der Halbinsel Athos, rund zwei Autostunden vom Flughafen Thessaloniki entfernt. Das Hotel empfiehlt sich als gayfriendly – und hält damit auch nicht hinter dem Berg: Auf dem Hotelbewertungsportal holidaycheck.de wirbt es sogar damit. Ein Schwulenpaar mit Doppelbett? Natürlich, heißt es an der Rezeption – so soll es sein.

Das Hotel liegt einer wunderschönen Bucht mit traumhaftem Blick auf die gegenüberliegende Insel Amouliani. Die Geschichte des familiengeführten Hauses reicht zurück bis ins Jahr 1925, als ein Konstantinos Tornivoukas das erste Luxushotel in Thessaloniki gründete - das Mediterranean Palace, das im Erdbeben von 1978 vollkommen zerstört wurde. Im Jahre 1962 folgten ihm sein Sohn Georg und Frau Ismini, mit dem City Hotel, das sich ebenfalls im Zentrum von Thessaloniki befindet, und 1973 wurde der Stolz der Familie, das Eagles Palace in Ouranoupolis, gebaut. 1999 schließlich haben der Sohn, Konstantinos Tornivoukas, und dessen Frau Lena, das Zepter in die Hand genommen. Benannt nach dem Symbol des byzantinischen Reiches und der orthodoxen Kirche, ist dieses hübsche Refugium wegen seines Standorts, Flairs und seiner klösterlichen Architektur, schlicht atemberaubend.

Nur Pool und Strand? Aber nicht doch!

Wir hätten uns am liebsten zwei Tage am Pool und Strand in der Sonne herumgelümmelt, aber dafür war uns die Zeit zu schade. Denn wir wollten etwas von der wunderschönen Umgebung sehen. Eine gute Idee erschien uns da, eine Schiffstour um den sagenumwobenen Berg Athos zu machen. Beliebte Anlaufstelle für eine Tour ist der kleine, aber wuselige Hafen von Ouranoupolis, wo sich an sonnigen Tagen gern die Touristen stapeln. Wir aber haben Glück und erwischen eines der ersten Schiffe am Morgen, das pünktlich losschippert. Als wir den Berg Athos erblicken, vernehmen wir ein lautes „Ah und Oh“ auf dem Schiff. Die Kameras klicken, es ist kaum einer an Bord, der den 2.033 Meter hohen Berg nicht auf seinem Kamera-Chip verewigen möchte. Wer sich nicht für den Berg interessiert, kann einfach Platz nehmen und sich von der betörend schönen Landschaft inspirieren lassen.

Nach so viel Chillen auf dem Meer ist uns der Sinn nach Action. Ein tolles Programm, um Land, Leute und Landschaft kennenzulernen, bietet die Jeep-Safari von Safari Hellas. Dabei geht es über Stock und Stein durch die Bergregionen, steile Abhänge hinunter, über Felsspalten hinweg und an knorrigen Olivenbäumen vorbei. Unser Fahrer chauffiert uns auf einem allradgetriebenen, schnittigen Jeep durch die Flora. Er ist ein braun gebrannter, kräftiger Kerl mit Baseball-Cappy und dunkler Sonnenbrille, kommt ganz schön cool rüber und kennt die Gegend aus dem Effeff. Er arbeitet seit Jahren für Safari Hellas, ein Veranstalter, der seinen Fokus auf Abenteuertourismus legt und verschiedene Jeep-Safari-Touren anbietet. Schnurstracks befinden wir uns unter seiner Fittiche in üppiger Natur: Vögel zwitschern, Wind raschelt in den Oliven-, Feigen-, Mandel- und Johannisbrotbäumen. Der Wind ist es auch, der einen Ausflug selbst in den Sommermonaten erträglich macht, erzählt unser Fahrer. Auf uns wirkt es, als begrüße er jeden Baum, jeden Strauch persönlich, zu allem hat er interessante Anekdoten zu erzählen. Wir lernen: Mit einem Jeep und den kundigen Guides von Safari Hellas lernt man als Abenteuer suchender Urlaub die reizvolle Landschaft der Chalkdikis kennen.

Der Motor unseres Jeeps und gackernde Hühner - sonst nur Stille

Während unserer Jeep-Tour passieren wir Dörfer, in denen vielleicht ein, manchmal auch zwei oder drei Dutzend niedrige Steinhäuser in die Landschaft eingefügt sind, in denen schläfrige Hunde sich in der Sonne fläzen und gackernde Hühner zur Begrüßung aus ihren Stallungen herausgeschossen kommen. Außer dem Motor unseres Jeeps ist kein Geräusch zu hören, große Stille. Menschliche Wegweiser begegnen uns nur selten, erst nach 30 Minuten treffen wir Leute in einem kleinen Dorf. Weiß gekalkte Häuschen dominieren die Szenerie, in denen man am liebsten einkehren möchte und einen Ouzo trinken möchte. Gesagt, getan.

Eine echte Alternative zum Übernachten ist übrigens das Ekies All Senses Resort auf der Ostseite der Halbinsel Sithonia. Das noch ziemlich junge Hotel ist ein Designtempel in Weiß. Naturmaterialien dominieren das Interieur. Ein toller Ort zum Verweilen ist die Strandbar, wo man erfrischende und entspannende Momente im Wasser oder am Strand oder in eine der chilligen Liegen genießen kann. Tipp: Unbedingt zum Sonnenuntergang Platz nehmen und denken: So schön kann Griechenland sein …

Anreise.

Germwings fliegt fünfmal in der Woche von Köln/Bonn nach Thessaloniki: www.germanwings.de. Lufthansa fliegt von Frankfurt und München, im Codeshare mit Aegean Airlines von Stuttgart, nach Thessaloniki, mehrmals am Tag: www.lufthansa.de.

Unterkunft.

Hotel Eagles Palace, Ouranoupolis Halkidiki, Ouranoupolis, Halkidiki 630 75, Greece, Tel. 0030-23770-31070, E-Mail: info@eaglespalace.gr, www.eaglespalace.gr. Das 5-Sterne-Haus Eagles Palace ist eines von Chalkidikis atemberaubendsten Hotels mit Meeresblick in Griechenland. Die 164 Zimmer, Luxus-Suiten, Suiten mit Pool und Bungalows mit Meeresblick und Küstenlage sind elegant gestaltet und lassen keinen Wunsch offen. Die Luxus-Suiten und Suiten mit Pool ermöglichen vollständige Ungestörtheit und direkten Zugang zum Strand.

Ekies all Senses Resort, Vourvourou 630 78, Tel. 0030- 23750-91000, www.ekies.gr. Das Ekies All Senses Resort folgt einer modern ökologischen Grundidee und lädt dazu ein, einen einmaligen Ort der Ruhe und Erholung zu genießen. Am Golf von Vourvourou, an der Halbinsel Sithonia auf der Chalkidiki, findet der Gast kristallklares Wasser, einen eigenen Sandstrand und ein stilvolles Desginhotel. Besonders toll: die umliegenden Strände erkunden und dabei in den kristallklaren Gewässern der Chalkidiki zu schwimmen. Das Hotel arrangiert gern einen Bootstransfer auf die benachbarte Insel und bietet auch einen Picknickkorb dazu an.