Amsterdam - Wo man nicht nur zwischen den Grachten gern verloren geht

06.03.2012
 
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Quirliges Treiben rund um die Grachten-Kanäle, Coffee-Shops bis zum Abwinken, Schwulenbars mit schummrigen Darkrooms und Abenteuer suchenden Kerlen – in Amsterdam, Europas Homo-Metropole aus guter alter Tradition, wird es so schnell nicht langweilig. 


Die holländische Metropole ist nach wie vor für Schwule und Lesben ein besuchenswerter Hot Spot, wohl nur wenige Städte auf der Welt können es mit dem einzigartigen Flair der City aufnehmen: In Amsterdam verstecken sich cruisige Fetischbars in herrschaftlichen Kaufmannshäusern, kiffen neben malerischen Grachten Kids aus aller Welt friedlich und entspannt vor sich hin, während nebenan Drag Queens aus dem Kabarett-Club einen Plausch mit den Polizisten halten. Wer einmal den Duft dieser Stadt atmet, stellt schnell fest: Amsterdam braucht sich in puncto Lässigkeit und Toleranz vor niemanden auf der Welt zu verstecken.

In Amsterdam gibt es ein ganz besonderes Tourismusbüro

Auf der Spuisstraat unweit des Bahnhofs gibt es einen ganz besonderen Info-Center. Und zwar extra einen für lesbische und schwule Touristen. Leiter des Gay Tourist Information Centre – kurz GAYtic genannt – ist Hans Verhoeven. Stolz ist er, dass das Info-Center offizielle Anlaufstelle des Amsterdam Tourism & Convention Board ist, des Fremdenverkehrsamtes der Stadt. Es ist Samstagmorgen, 9 Uhr, und Hans öffnet den Info-Center, der im Gays & Gadget-Shop integriert ist. Viel ist nicht los um diese Zeit, kein Wunder, so Hans: „Die Touristen schlafen natürlich noch. Bei vielen wird es freitagabends ja recht spät“, erklärt er.Aber wenn sie kommen, haben sie viele Fragen an Hans: Welche Bar ist derzeit angesagt? Wo kann ich gut und gay-friendly speisen? Welche Sehenwürdigkeiten sollten wir uns ansehen? „Es gibt in Amsterdam rund 100 Szene-Locations. Bars, Cafes, Diskotheken, Escort-Services, Sex-Clubs, gayfriendly Restaurants, Schwulenhotels. Für jeden Geschmack ist etwas dabei“, so Hans augenzwinkernd. Als ein absolutes Sightseeing-Muss empfiehlt er das Homomonument auf dem Westermarkt, dass „für alle homosexuellen Männer und Frauen steht, die jemals oder immer noch von Regimen unterdrückt und ermordet wurden oder werden“, so Hans in lupenreinem Deutsch.

Eine anderes Sightseeing-Highlight ist der Begijnhof, eine Oase der Stille im hektischen Stadtzentrum: weiss bemalte Häuser scharen sich hier um ein kleine Kirche und einige Kastanienbäume. Der Hof wurde 1346 gegründet, damals wohnten hier alleinstehende Frauen, die in einer religiösen Gemeinschaft lebten, aber partout keine Nonnen werden wollten. Besonders sehenswert ist das Haus mit der Nummer 34, das bereits um 1470 errichtet wurde. Es soll das älteste Holzhaus Hollands sein. Wer danach einen kleinen Abstecher ins Grüne machen will und so ganz nebenbei Ausschau nach Schwulen halten möchte, sollte sich in den Vondelpark begeben. Der fast 50 Hektar große Park ist ein beliebter Ort für die Amsterdamer, die einfach nur picknicken, chillen oder spielen wollen. Letzteres gilt ganz besonders für die Schwulen, die rund um den Rozentuin (Rosengarten) ihr Territorium abgesteckt haben und auf der Suche nach einem unkomplizierten Abenteuer sind …

Amsterdams Schwulenbars sind in der ganzen City verteilt

Wer am Abend und in der Nacht schwul ausgehen möchte, für gibt es eine schlechte und eine gute Nachricht. Die Schlechte: Es gibt nicht DAS Schwulenviertel, in dem alle angesagten Bars und Clubs ihr Territorium abgesteckt haben. Die Gute: Die verschiedenen Gay-Viertel sind allesamt fussläufig erreichbar. Wer Leder- und Fetischkerle in schummrigen Bars bevorzugt, wird auf der Rummelmeile Warmoestraat fündig, wer auf Tuchfühlung zu den Einheimischen gehen will, marschiert ins Amstelviertel rund um den Rembrandtplein, und in der Gegend rund um die Reguliersdwarsstraat schliesslich trifft man auf die Generation 20-45, die sich gern mit ihren besten (Hetero-) Freundinnen in schicken Lounges amüsieren, die Namen wie Bump, Eve, Taboo, Soho oder Ludwig II. tragen.

Anreise: Lufthansa und KLM bedienen von mehreren deutschen Flughäfen Amsterdam, und auch mit der Deutschen Bahn ist die holländische Metropole bequem mit dem Zug erreichbar. Swiss fliegt bis zu viermal täglich von Zürich nach Amsterdam.

Übernachtung: Lloyd Hotel, Oostelijke Handelskade 34, NL-1019 BN Amsterdam, Tel. +31(0)20 561 3608; Charmantes Hotel, das in einem ehemaligen Gefängnis unterbracht ist. Es gibt Zimmer in den Kategorien 1 bis 5 Sterne (!). An der Inneneinrichtung haben über 50 niederländische Designer und Künstler mitgewirkt. Rund zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt. DZ ab 100 Euro, z.B. am CSD-Wochenende im August. Infos und Buchung auf
www.lloydhotel.com.

Und sonst: Die Höhepunkte des Amsterdamer Szene finden im Früh- und Hochsommer statt. Am 30. April ist Koninginnedag, das ganze Land feiert an diesem Tag den Geburtstag der Königin – und die Szene feiert besonders kräftig mit. Anfang August findet zum Abschluss der Pride-Woche ein bunter Schiffskorso von Schwulen und Lesben durch die Kanäle statt. Tausende Teilnehmer und Hunderttausende Schaulustige an den Grachten wohnen dem Spektakel bei. Mehr Infos auf
www.amsterdampride.nl.