Gale Hotel in South Beach - Beste Aussichten

03.05.2014
 
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„I am in Miami, bitch“, sang 2010 das US-amerikanische Electro-Duo LMFAO und beschrieb mit dem Song recht gut das Lebensgefühl aller, denen bei ihrem Besuch in Miami der Sinn nach Sonne, Strand und Party ist. Eine exzellente Unterkunft ist das Boutique-Hotel Gale, im Herzen von South Beach. Ein Besuch. Von Frank Störbrauck



Heute ist es ja so: Die internationalen Hotelbrands und die Prominenten haben viel gemeinsam. Jeder Hotelkonzern, der was auf sich hält, ist in den führenden Metropolen der Welt vertreten. Dort also, wo sich die Promis gern auf Partys tummeln und dem Blitzlichtgewitter der Pressefotografen aussetzen. In die Riege der besonders illustren Städte gehört seit sehr langer Zeit auch Miami. Ob Hilton, Marriott, Sheraton, Sofitel, Ritz-Carlton oder W Hotels – sie alle haben ihr Territorium in Floridas Lifestyle-Metropole abgesteckt. Die meisten von ihnen in Miami Beach. Genauer gesagt in South Beach; dem Synonym für Sommer, Sonne, Strand, Party und besonders hübsche Menschen.

Eines der älteren Häuser am Platz befindet sich auf der Collins Avenue, nur einen Katzensprung von der prestigeträchtigen Restaurant- und Shopping-Meile Lincoln Road entfernt: das Gale Hotel. Es gehört der Meninhospitality-Gruppe, einem kleinen, aber ziemlich feinen Hotelkonzern, der sechs Häuser der gehobenen Kategorie in South Beach unterhält. Um es gleich vorweg zu sagen: Das Gale, ein Boutique-Hotel, ist ein bezauberndes Refugium für alle, die stilvoll und zentral in South Beach untergebracht sein wollen. Vorausgesetzt, man besitzt das nötige Kleingeld.

Ruheoase im wuseligen South Beach

Nichts wie hineinspaziert also. Wer die trubelige Collins Avenue hinter sich gelassen hat, betritt zunächst ein Restaurant. Etwas irritiert steht man dann da, bepackt mit schwerem Rucksack und großem Koffer. Huch, falscher Eingang? Ein Barkeeper erkennt die Situation, offenbar sein tägliches Geschäft, und weist freundlich den Weg: „Zur Rezeption und zum Check-in bitte geradeaus weiter.“ Man schreitet also weiter, lauscht den Klängen cooler Lounge-Musik, und erreicht nach wenigen Metern auch schon die Rezeption. Leider ist man viel zu früh zum Check-in erschienen, die Ziffern der Uhr nähern sich der Neun am frühen Morgen. „Leider ist ihr Zimmer noch nicht fertig. Dürfen wir ihr Gepäck so lange aufbewahren?“, fragt der Rezeptionist. Ja, natürlich, bis später.

Als man um 18 Uhr nach einem Shopping-Exzess in der Sawgrass Mills Mall mit vielen Adidas-, Converse- und Calvin-Klein-Einkaufstüten in den Händen zurückkehrt, geht alles ganz fix: Man zückt die in solchen Häusern obligatorisch verlangte Kreditkarte – denn, so die Denke der Hotels, man weiß ja nie, ob die Hotelgäste die Minibar plündern und beim Auschecken kein Wörtchen darüber verlieren -, und nach nur fünf Minuten ist alles erledigt. Leider haben Koffer und Rucksack noch nicht den Weg zum Zimmer gefunden, der Page verspricht aber nach Aushändigen der Koffermarken, sie sogleich aufs Zimmer zu bringen.

Das geht flott: Am Ende des Ganges wartet schon der Koffer-Page

Der sogleich um die Ecke wartende Aufzug soll einen in die zweite Etage bringen. Aus Sicherheitsgründen verlangt er aber erst einmal das Vorzeigen der Zimmerkarte – an sich eine gute Sache, damit sich Unbefugte keinen Zutritt zu den Etagen und Zimmern verschaffen. Andererseits, dürfte manch Schwuler denken, der auf ein Grindr-Abenteuer aus ist, hat es sich damit erledigt, jemanden ohne Umschweife ins Zimmer einzuladen. Als man aus dem Aufzug aussteigt und sich an den Zimmer-Hinweisschildern im Flur Orientierung verschaffen will, ruft auch schon jemand vom Ende des Ganges „Hello Mister“ - prima, der Page hat nicht zu viel versprochen, als er sagte, er mache sich gleich auf den Weg …

Freudig schreitet man den Gang entlang und denkt: Das Hotel hat nicht nur in schickes Design investiert, sondern auch in Angestellte, die ihre Arbeit verstehen. Doch mit jedem Schritt, dem man sich dem Zimmer nähert, nähert man sich einem weniger freudigen Moment. Es liegt nicht an der Einrichtung oder an der Sauberkeit. Alles blitzt und leuchtet, die Einrichtung changiert zwischen Behaglichkeit und modernem Design. Fast alles im Zimmer ist in schwarzen und weißen Tönen gehalten. Aber die Größe des Zimmers? Das Badezimmer ist geräumig, aber das Schlafzimmer – man glaubt es kaum –, ist nicht größer als die Bude meiner ehemaligen Kommilitonin Christine, die ich während ihres Studiums immer ob ihrer schmalen Behausung bedauert habe. Sind es sieben oder vielleicht doch neun Quadratmeter? Schön dagegen der Ausblick: Nicht zur wuseligen Collins Avenue hinaus, sondern zur ruhigen James Avenue. Gegenüber das James Hotel im Art-deco-Stil, ein verzückend schöner Ausblick, besonders am Abend, wenn es in den leuchtenden Neon-Farben seinen Art-deco-Stil in voller Pracht entfaltet.

Die Cocktail-Bar ist nichts für Sparfüchse 

Wer keine Lust hat, einen Block weiter zum Strand zu gehen, findet im Hotel hoch oben auf dem Dach des Hauses einen Swimmingpool. Es ist angenehm leer, nur wenige Gäste tummeln sich hier. Wer sich sportlich betätigen möchte, findet im Erdgeschoss einen Fitnessraum, der allerdings nur wenige Geräte und Hanteln bietet. Einladender ist es da schon in dem „Regent Cocktail Club“, der Hotelbar, die sich auch außerhalb des Hauses großer Popularität erfreut. Allerdings sollte man das nötige Kleingeld dabei haben, denn die Abend-Cocktails kosten 14 Dollar, hinzuberechnet werden Steuern und Trinkgeld, sodass man am Ende bei 18 Dollar landet. Da legt man sich vielleicht eher etwas im benachbarten Liquer Store zu, um sich am Abend ein wenig in Stimmung zu trinken, bevor es in den in jeder Nacht gutbesuchten Gay-Club „Twist“ geht. Der ist nur rund 15 Fußminuten entfernt. Nein, am Standort des Gale-Hotels gibt es nicht zu mäkeln. 

Gale Hotel, 1690 Collins Ave, Miami Beach, FL 33139, Tel. +1 305-673-0199, http://galehotel.com