CSD Stuttgart in Aufruhr

24.07.2014
 
CSD Stuttgart in Aufruhr

Zur bisher größten CSD-Demonstration in Stuttgart werden am Wochenende 200.000 Besucher erwartet: Mehr als 3.500 Teilnehmende in 67 Formationen machen Aufruhr für Gleichberechtigung und Akzeptanz.



Das zehntägige Christopher Street Day (CSD)-Festival in Stuttgart erreicht am Samstag, dem 26. Juli 2014 mit der CSD Polit-Parade seinen Höhepunkt. Unter dem Motto "Wir machen Aufruhr!" zieht der 18. und bisher größte Marsch von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) durch die Landeshauptstadt. Neben deutlichen Forderungen an Politik und Gesellschaft wird an die "Stonewall Inn"-Revolten aus dem Jahr 1969 in der New Yorker Christopher Street erinnert. Gleichzeitig werden 35 Jahre CSD in Stuttgart begangen. Die erste Demo am 30. Juni 1979 hieß noch "Homobefreiungstag" und war als "Straßentheater" deklariert.

Angemeldet sind für die diesjährige CSD Polit-Parade insgesamt 67 Formationen aus allen Bereichen des LSBTTIQ-Lebens. Dabei gehören örtliche Gruppen, politische Initiativen, ehrenamtliche Vereine sowie lokale Veranstaltungsprojekte ebenso zu den Teilnehmenden wie nahezu das gesamte Parteienspektrum, diverse Berufsverbände und regionale Arbeitgeber. Letztere sind erstmals prominent durch die Daimler AG, die Robert Bosch GmbH und die Landeshauptstadt Stuttgart mit Delegationen ihrer LSBTTIQ-Mitarbeiternetzwerke vertreten. Eine Aufstellung aller Formationen im Zug und deren Reihenfolge findet sich auf der CSD-Website (www.csd-stuttgart.de/parade).

Die Demonstration startet am 26.07. um 16:00 Uhr in der Böblinger Straße und zieht am Marienplatz vorbei in die Tübinger Straße, die Eberhardstraße, die Marktstraße, mündet in die Münzstraße und gelangt dann zum Karlsplatz am Alten Schloss.

Erwartet werden – wie in den vergangenen Jahren – über 200.000 Zuschauer. "Wir freuen uns, wenn sich möglichst viele Menschen am Ende des Lindwurms in die Demonstration einreihen und alle gemeinsam zum Schlossplatz ziehen, um ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz von Vielfalt in unserer Gesellschaft zu setzen", wünscht sich Christoph Michl, Vorstandsmitglied der IG CSD Stuttgart e.V.

In Vertretung des Schirmherrn: Ute Vogt spricht bei CSD-Kundgebung

Die CSD Polit-Parade endet gegen 18:30 Uhr mit der politischen Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz (Buswendeplatte, Planie, vor dem Neuen Kunstmuseum). In Vertretung des diesjährigen CSD-Schirmherrn, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid spricht Ute Vogt. Sie ist Mitglied des Bundestags und im SPD-Präsidium sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. Außerdem wird die bundesweite Aktion „Bunt Spenden“, eine Online-Petition gegen das Blutspendeverbot bi- und homosexueller Männer, im Rahmen der Kundgebung vorgestellt.

Als Beispiel für den Aufruhr lässt sich der geplante baden-württembergische Bildungsplan 2015/2016 mit der Verankerung einer Leitperspektive zur "Bildung von Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" anführen. Gegen das Bestreben der Landesregierung, darunter auch die Belange von LSBTTIQ-Menschen ebenso verbindlich wie explizit zu thematisieren regt sich seit Monaten öffentlicher Widerstand. "Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich Grün-Rot von Onlinepetitionen, hitzigen Debatten und kruden Allianzen auf dem Schlossplatz nicht von ihrem Ziel hat abbringen lassen", erläutert Michl.

Tom on Tours Tipp: Die DER-Reisebüros in Stuttgart veranstalten am 27.7. beim CSD in Stuttgart im Rahmen des Hockfestes der Aids-Hilfe ein Gewinnspiel am Stand vom DER Reisebüro in der Stifstrasse 2 ein Gewinnspiel bei dem es als Hauptpreis 2 Tickets von GERMANIA von Karlsruhe nach Tel Aviv und viele weitere Reisepreise zu gewinnen gibt. Desweiteren unterhält und moderiert Peter Thomas Anders mit Hits der 70er Jahre und es gibt Infos und Tipps von den Reiseexperten über Gay Travel.