Schwules Museum zeigt die SuperQueeroes

21.01.2016 - 21.01.2016
 
Schwules Museum zeigt die SuperQueeroes Illustration: Swen Marcel

Zum ersten Mal widmet sich in Deutschland ein Museum dem vergleichsweise neuen Thema „queere“ Comics: also Comics mit LGBTI-Charakteren. Der Fokus liegt dabei auf „Superhelden", womit nicht nur die gängigen Supermänner und -frauen gemeint sind, die im US-amerikanischen Mainstream-Comic in den letzten Jahren Coming-out-Geschichten erlebt haben.


Vielmehr geht es auch darum zu zeigen, wie heroisch Alltags-Storys von LGBTI*-Menschen sein können, die sich in einer heteronormativen (Comic-) Welt gegen Zensur und Codes durchsetzen mussten oder immer noch müssen.

In der Ausstellung werden Alltagsheld_innengeschichten aus Europa solchen aus den USA gegenübergestellt, die „Mainstream-Superhelden“ denen des Underground (wie zum Beispiel „Super Tranny“ Glamazonia), es werden subversive „Anti-Helden“ präsentiert und LGBTI-Charaktere, die den Weg in Hetero-Domänen wie Cowboy- und Cop-Geschichten gefunden haben und zeigen: auch Schwule, Lesben und Trans können in solchen Geschichten überzeugen. Eine eigene Abteilung widmet sich dem Thema „Aids/HIV" und zeigt, wie mit Comics gegen die Gesundheitskrise gekämpft wurde – vom „Condom Man" bis zu den „Stigma Fighters".

Viele Autoren von queeren Comics haben das Risiko sozialer Ausgrenzung und professioneller Anfeindung auf sich genommen, als sie ihre Arbeiten erstmals veröffentlichten. Diese Autoren werden ebenfalls als „Helden" und LGBTI- Vorkämpfer_innen in der Ausstellung vorgestellt, sowohl in Europa bekannte Künstler wie Tom of Finland, Alison Bechdel, Ralf König, Gengoroh Tagame, Nazario oder Howard Cruse, als auch Künstler wie Megan Rose Gedris, Erika Moen und Kylie Summer Wu.

Die Ausstellung wird von einem internationalen Kuratoren-Team betreut, dessen Mitglieder eine jeweils eigene Sicht auf „Superhelden" einbringen. Es wird im Rahmen der Ausstellung ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Workshops geben.