Boystown, Route 66 und Lincoln

06.05.2017
 
Boystown, Route 66 und Lincoln
Illinois

Der US-Bundesstaat Illinois bietet Schwulen so ziemlich alles, was sie für einen gelungenen Urlaub benötigen: eine vibrierende Schwulenszene mit großartigen Festivals in Chicago, weite Landschaften mit viel Grün und unberührter Natur und ein reiches Kulturerbe. Auf unserer Seite "Featured Destination 2017" findet ihr eine Menge interessanter Tipps für den Sommer 2017.


Wer die volle Packung USA erleben möchte, für den ist der US-Bundesstaat Illinois das perfekte Ziel. Die Heimat von Abraham Lincoln bietet Reisenden ein authentisches Amerika-Erlebnis – und dazu den unverwechselbaren Charme, der Illinois so einzigartig macht. In diesem Jahr hat Illinois besonders viel zu feiern: die legendäre Route 66 feiert nämlich ihren 90. Geburtstag. Die „Hauptstraße Amerikas“ oder „Mutter aller Straßen“, die über rund 4.000 Kilometer quer durch die USA verläuft, bietet atemberaubende Ausblicke und Einblicke in die Seele des Landes. Früher war die Route 66 der Weg, der von der Ostküste ins „gelobte Land“ nach Westen führte. Heute ist sie ein Kulturdenkmal und nationales Symbol, das nirgendwo typischer ist als in Illinois.

Ein Muss für Schwule: Chicago. Boystown inklusive.

Der beste Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise durch Illinois ist Chicago, wo die Route 66 beginnt. Die am Ufer des Lake Michigan gelegene Stadt ist schon seit langem ein beliebtes Reiseziel für Schwule. Die Liste der charakteristischen Merkmale der Stadt reicht vom Chicago Blues bis zum Architekturstil der Chicagoer Schule. Der Willis Tower – ehemals Sears Tower – zählt zu den berühmtesten Wolkenkratzern der USA. Man kann die Stadt bequem zu Fuß erkunden und zahlreiche Sehenswürdigkeiten erleben, zum Beispiel ein bunten Angebot an Museen und Galerien, einzigartige Attraktionen wie der Millennium Park und Navy Pier sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Eine der Hauptgründe für viele Schwule, Chicago zu besuchen, ist die Schwulenszene in Boystown. Das ist auf und rund um die North Halsted Street zwischen Belmont Avenue und Grace Street. Hier trifft man morgens um acht Uhr im Supermarkt die aufgetakelte Drag Queen ebenso wie den rauen Lederkerl von nebenan, während man abends gern in den vielen Gay-Bars verloren geht. Lesben zieht es vor allem in den alternativ angehauchten Stadtteil Andersonville, wo sich in den vergangenen Jahren eine stattliche Anzahl von Szene-Bars und Cafés niedergelassen hat. Am interessantesten und besuchenswertesten ist Chicago in den warmen und manchmal sogar heißen Sommermonaten Juni, Juli und August, wenn sich das Leben der Bewohner nach draußen verlagert. Höhepunkte im rosa Eventkalender Chicagos sind der International Mister Leather-Contest am verlängerten Memorial Day-Wochenende Ende Mai, das CSD-Festival Ende Juni und das Straßenfest Northalsted Market Days Mitte August.

Auf dem Weg ins Herz von Illinois

Wenn der Besucher die Stadtgrenzen von Chicago verlässt, ist er auf dem Weg ins Herz von Illinois. In Illinois ist die Route 66 genauso, wie es sich Europäer mit einem Hang zur Romantik ausmalen: kleine Städtchen mit buntem Treiben auf der Hauptstraße, Diners, Geschäften und gastfreundlichen Menschen. Die Route 66 hat besonders bei den Fans chromblitzender Autos aus den 40er, 50er und 60er Jahren einen einzigartigen Ruf, dem sie durch Attraktionen unterschiedlichster Art gerecht wird, wie zum Beispiel das Pontiac-Oakland Automobile Museum in Pontiac, das eine Reihe von Wandbildern zu Ehren der Route 66 ausstellt, und skurrile Statuen wie die Paul Bunyon-Statue in Atlanta, Illinois, wo müde Reisende ein originelles Stadtzentrum erwartet.

Die Route 66 führt hinunter nach Springfield, die Hauptstadt des Bundesstaats, in der Abraham Lincoln 17 Jahre seines Lebens verbrachte. Hier kann man amerikanische Geschichte hautnah erleben: Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Abraham Lincoln Presidential Library & Museum, Lincoln’s Home National Historic Site, die Grabstätte von Abrabam Lincoln und das Old State Capitol. Daneben bietet die Stadt auch Shopping-Möglichkeiten, hervorragende Restaurants und Bars. Außerdem veranstaltet Springfield jedes Jahr das International Route 66 Mother Road Festival.

Typisch amerikanische Köstlichkeiten

Die Lust am Reisen und die Freude an neuen Entdeckungen können auch hungrig machen. Zum Glück hat die Route 66 auch kulinarische Highlights zu bieten. Das berühmte Restaurant Rhea’s Chicken Basket in Joliet serviert angeblich das beste Brathähnchen der Welt, der Cozy Dog Drive-in in Springfield bietet klassische Corn Dogs (Würstchen im Maisteig). Doch auch die visuellen Eindrücke kommen auf der Reise nicht zu kurz: Da gibt es zum Beispiel den „Gemini Giant“ in Wilmington, eine riesige Figur, die im lokalen Launching Pad Drive-in zu bewundern ist, oder die größte Ketchup-Flasche der Welt in Collinsville.

Unbedingt besuchen: Galena

Neben Chicago und der Route 66 sollte man unbedingt auch noch die Region um die Stadt Galena besuchen. Warum? Das ist schnell erklärt: Sanft rollende grüne Hügel, pittoreske Kleinstädte, buntes Farmland, kleine Weingüter und mittendrin der majestätische Mississippi sind einfach eine traumhafte Region. Weil dort auch die thermischen Verhältnisse hervorragend sind, kommen insbesondere Ballonfahrer sehr gern an diesen Abschnitt des Mississippi – einmal im Jahr sogar zu einer großen Wettfahrt, dem Great Galena Balloon Race. Besonders spektakulär ist die „Night Glow Extravaganza", wenn sich die Heißluftballone stimmungsvoll beleuchtet in den Abendhimmel erheben. Ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik und einer Oldtimer-Schau sorgt darüber hinaus in den Rennpausen für viel Abwechslung. Der Besuch des Great Galena Ballon Race ist kostenfrei. Wer selbst einmal einen Heißluftballon besteigen und in über 1.000 Metern Höhe die Berg- und Flusslandschaft rund um Galena genießen möchte, kann an öffentlichen Fahrten teilnehmen, die abhängig vom Wetter zwischen Ostern und Ende November zu Sonnenauf- und -untergang angeboten werden. Die Fahrten dauern jeweils rund eine Stunde; inklusive Vorbereitungen und Rückfahrt zum Startplatz sollten etwa 2,5 Stunden eingeplant werden. Der Heißluftballon ist relativ groß und bietet in seinem Korb bis zu 14 Gästen Platz.

Anreise. United Airlines fliegt dreimal täglich nach Chicago, zweimal aus Frankfurt und einmal aus München, www.united.com.


Website: http://bit.ly/IllinoisChicago2017