Familientreffen für Schneekönige

17.01.2017
 
Familientreffen für Schneekönige
Pistengaudi und Partyspass

Vor fast zwei Jahrzehnten war Sölden erstmalig Schauplatz eines besonderen winterlichen Familientreffens: Das Gay Snow Happening (GSH) hat Tradition. Vom 25. März bis zum 1. April 2017 erwarten die GSH-Teilnehmer im „Ibiza der Alpen“ zwischen Piste und Party wieder liebgewonnene Programmpunkte und neue Highlights.

Sonnenskilauf hat in einer der schönsten Hochgebirgslandschaften der Alpenrepublik seinen besonderen Reiz. Zum Gay Snow Happening im Frühjahr kann man hier noch herrliche Abfahrten machen, da sich das Skigebiet bis in eine Höhe von 3.250 Meter ausdehnt und von Oktober bis Mai Schneegarantie besteht. Hier ist die einzige Gletscherskischaukel Europas und im Schuss kann man in wenigen Sekunden durch einen Skitunnel vom Rettenbach- zum Tiefenbachgletscher flitzen.


 
Sonnenskilauf ist in Sölden absolut schneesicher: die Pisten gehen bis in 3.250 Meter Höhe

Keine Frage: Die Infrastruktur im Wintersportgebiet Sölden im bekannten Ötztal ist mit 146 Pistenkilometern und 39 Seilbahnen perfekt. Von 30 Skihütten aus kann man das imposante Bergpanorama genießen, auf Weltcup-Abfahrten wedeln und mit der „Big3 Rallye“ eine Skirunde über die Gipfel von drei Dreitausendern starten.

Regenbogenfahnen vorm Alpenhauptkamm

Im Frühjahr sind in Sölden zum GSH die allerorts gehissten Regenbogenfahnen mit Berggipfeln im Hintergrund beliebtes Fotomotiv. Auch für Jan. Der Endzwanziger aus Berlin ist mit seiner Clique angereist und Wintersport-Newbie. Die Urlaubswoche in Sölden ist das Geburtstagsgeschenk von seinem Freund Alex, der Schnee und Berge liebt beim GSH Stammgast ist. „Ich glaube der Schnee und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr“ erklärt er beim Einchecken im Hotel. Wir sehen uns wieder beim Abholen der Party-Pässe – mit dem geht es ohne weitere Kosten auf die legendären Parties der GSH. Der Party-Pass macht das Partyvergnügen deutlich günstiger als beim Kauf der Tickets an den Abendkassen. Bei der Welcome Party im „Philipp“ kommt er erstmalig zum Einsatz. Die Location ist seit über 30 Jahren eine Institution im Tal und wurde zuletzt um einen stylishen Club ergänzt, der einen phänomenalen nächtlichen Panoramablick auf die Lichter von Sölden bietet. Der „Aufstieg“ aus dem Ort erfolgt bequem mit der kostenlosen Zahnradbahn. Innen herrscht Wiedersehensfreude – ein Familientreffen der angenehmen Sorte. Viele der GSH-Teilnehmer sind begeisterte Stammgäste. Wie viele Gays zum Gay Snow Happening kommen, kann niemand so ganz genau sagen. Das liegt daran, dass man hier die große Freiheit genießen kann. Man kann ein Package buchen oder sich selbst eine Unterkunft besorgen – von soliden Frühstückspensionen bis zum 5-Sterne-Wohlfühl-Palast ist in Sölden natürlich alles vorhanden. Unbestritten ist beim Tourismusverband allerdings, dass es jedes Jahr mehr GSH-Teilnehmer werden. Das liegt daran, dass schwule Gäste im früheren Bergbauerndorf und heutigen internationalen Wintersport-Eldorado Sölden wirklich warmherzig empfangen werden und dass das GSH seinen familiären Charme nicht verloren hat. Und obwohl der Abend im Phillip erst der Auftakt zu einer an Parties reichen Woche ist, ist die Stimmung mit alten und neuen Bekannten auf und neben der Tanzfläche bald so am Kochen, dass die großen Panoramascheiben beschlagen.

 
Bei der Welcome Party werden die Gäste von den charmanten Gastgeberinnen genau unter die Lupe genommen

Powdern, wedeln, Sonne tanken
Trotz der ausgelassenen Feier am Vorabend treffe ich Jan am nächsten Morgen voller Tatendrang an der Talstation beim Skiverleih und er scheint dem Skisport gar nicht mehr so abgeneigt zu sein, was durchaus mit der äußeren Erscheinung seines braungebrannten, athletischen Skilehrers zu tun haben könnte. Geübtere Pistenhasen treffen sich jeden Morgen an der Bergstation Giggijoch und an der Mittelstation Gaislachkogel mit Skiguides zum gemeinsamen Skifahren. Wer nicht in der Gruppe unterwegs sein will, kann zu den Mittagstreffpunkten auf der Hütte hinzukommen. Die Stimmung ist bestens und der ein oder andere nutzt den strahlend blauen Himmel zum Oben-ohne-Sonnenbad.

 
Auf den Pisten unterwegs mit Skiguiding oder auf eigene Faust: kann man täglich spontan entscheiden

Zur Teatime steht ein Highlight exklusiv für die Inhaber des VIP Passes auf dem Programm: eine erlesene Wein-Degustation auf 3.048 Metern Höhe. Die futuristische Architektur des Gourmetrestaurants ice Q an der Bergstation Gaislachkogl war Kulisse für den James Bond-Film „Spectre“. Einmalig ist der Ausblick aus der gediegenen, bodentief verglasten Lokalität – das ist eine ganz besondere Form alpiner „Hüttenromantik“ und ein unvergessliches Erlebnis. Dazu ein edler Tropfen im Glas, begleitet von feinen Kreationen aus der ideenreichen Küche und die Welt liegt einem auf Augenhöhe mit den verschneiten Dreitausendern buchstäblich zu Füßen.

 

Horizonterweiterndes Gipfeltreffen: Weindegustation auf Augenhöhe mit Dreitausendern 


Nach diesem horizonterweiternden Gipfeltreffen geht es wahlweise auf Ski oder mit der Seilbahn zurück ins Tal. Es gilt, sich frisch zu machen für ein traditionelles Event-Highlight des GSH: die Karaoke Night. Auch wer sonst einen Bogen um die Mitsing-Veranstaltungen macht, wird hier im alpinen Fluidum Gefallen an dem musikalischen Abend finden – nicht zuletzt durch die charmanten Moderatorinnen DJ Melly und Mataina. Die haben hier bei Evergreens und Chart-Hits schon bislang unentdeckte Gesangstalente groß rausgebracht. Jan ist mit seinen Freunden natürlich auch hier. Er berichtet vom anstrengenden ersten Skitag und den unermüdlichen Versuchen, vor dem Tiroler Bergfex Toni, dem unverschämt gut aussehenden Skilehrer, eine gute Figur zu machen. Der einsetzende Muskelkater hindert ihn aber nicht an einer broadwayreifen Bühnenshow zu Doris Days „Que sera“.

 

Bisher unentdeckte Gesangstalente bei der GSH Karaoke Night



Darf bei einer schwulen Karaoke Night natürlich nicht fehlen: „Que sera

Zwischendrin ein bisschen Wellness

Für mich ist heute eine Pistenpause angesagt. Ich will kultiviertes Nichtstun und Wohlgefühl pflegen. Ziel ist der Aqua Dome in Längenfeld, in ein paar Minuten mit dem Shuttle von Sölden aus zu erreichen. Der Thermen-Tempel mit seinen markanten, scheinbar schwebenden Outdoor-Pools ist auch ein James-Bond-Schauplatz. Über 2.000 Quadratmeter Wasserfläche und 50.000 Quadratmeter zum Saunieren, Relaxen, Genießen stehen in der größten Wellnessanlage Tirols zur Verfügung. Den ganzen Tag habe ich für den Aqua Dome eingeplant und beim Ablegen der Winterklamotten habe ich ein bisschen Bedenken, dass mir langweilig werden könnte. Bei einer ersten Orientierung vor dem Übersichtsplan verschwinden diese Bedenken umgehend. Ich schwimme meine sportlichen Bahnen, kuschle mich zwischen Saunagängen in Wasserbetten, kühle mich nach dem Dampfbad auf der Dachterrasse ab und genieße den Bilderbuch-Blick auf die umgebenden Dreitausender-Gipfel. Nach acht Stunden habe ich das Gefühl, dass ich durchaus noch länger hier bleiben könnte und ich tröste mich damit, dass ich in zwei Tagen wieder hier sein werde: da steht die Spa-Night auf dem Programm des Gay Snow Happening (übrigens inklusive beim Party-Pass).

 
Fotocredit: AquaDome


Legendäre Hüttengaudi
Einige GSH-Stammgäste fiebern regelrecht auf den heutigen Abend hin. Auf dem Programm steht der Hüttenabend in „Annemaries Hühnersteign“: seit der ersten Gay Week in Sölden ein legendärer Fixpunkt. Schon beim Warm up im Tal erzählt man sich vielerlei Geschichten von dem GSH-Schauplatz, der das Sprichwort „Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd“ offenbar massiv für sich beansprucht.

 

Kultig sind die GSH-Hüttenabende hier in Annemaries Hühnersteign

Kommt bei den GSH-Parties schon auch mal vor: eine spontane Polonäse

Die Stimmung steigt mit jeder Kehre, die es mit dem Shuttle-Bus in Richtung Gletscherstraße hinaufgeht. Im urigen Hüttenambiente gibt es zuerst ein üppiges Nachtmahl, eine solide Grundlage kann ja nicht schaden. Es dauert aber nicht lange, bis die hütten-typische Stimmung einsetzt: zuerst wird noch sitzend geschunkelt und kurz darauf auf den Bänken getanzt. Wen man von den GSH-Teilnehmern noch nicht kannte, lernt man hier kennen. Wenn man diesen familiären Hüttenabend mal erlebt hat, weiß man, warum er fast synonym für das Gay Snow Happening steht.

 
Legendär: die zünftige Hüttenparty in der Hühnersteign  „Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd“ – heiß wird’s aber trotzdem


Wer Bowling bisher ausschließlich mit bierseligen Junggesellengruppen oder lethargischen Pensionistenrunden in Verbindung gebracht hat, erfährt am nächsten Abend eine Horizonterweiterung.

 
 Selten ist auf einer Bowlingbahn so viel Stimmung wie beim GSH. Das liegt natürlich auch an den adretten Übungsleiterinnen!

Wenn es beim GSH zur Bowlingbahn geht, steigt dort der Proseccoverbrauch enorm und so spaßig werden hier wohl selten die Kegel umgelegt. Im Anschluss wird bei House-Beats ausgelassen das Tanzbein geschwungen. An den Turntables wirken beim GSH oftmals die Residents bekannter Gay-Parties – das lassen sich auch einige Einheimische nicht entgehen.

 
 Die GSH-Parties haben Kultstatus

 
 Bekannte Szene-DJs rocken die Dancefloors (mit DJ Micky Friedman, Danni Matin, Melli & Mataina)

Die stille Talseite
Dank des GSH-Termins im Frühling kann man im Tal schon gut im Shirt seine Joggingrunden entlang der Ötztaler Ache drehen, sollte man sportlich von einem Skitag noch nicht ausgelastet sein. Lohnenswert ist auch eine Frühlingswanderung an der „stillen Seite“ des Ötztales, am Fuße der Stubaier Alpen. Eine gemütliche Halbtages-Wanderung ist beispielsweise die zur beschaulichen Stallwiesalm. Zum Ziel führt ein aussichtsreicher Wanderweg und auf der Alm ange-kommen wird man mit einem sonnigen Logenplatz belohnt – und natürlich mit allerlei leckeren Schmankerln. Der Blick schweift über die Pisten der gegenüberliegenden Talseite und zum Ortszentrum von Sölden, dessen Trubel hier ganz weit weg scheint.

 
Wedeln oder Powdern vor einer der schönsten Hochgebirgslandschaften der Alpen


Kreatives Wetteifern statt Leistungsschau
Zurück im Ort treffe ich Jan, der nicht ganz unstolz davon berichtet, dass er heute zum ersten Mal beim Skiguiding dabei war. Weit nicht alle GSH-Teilnehmer nutzen die geführten Skitouren unter der Rainbow-Flag – manche fahren lieber auf eigene Faust, einigeschließen sich nur tageweise den Gruppen an – diese spontane Wahlfreiheit wird geschätzt. Für viele ein Pflichttermin ist das Gay Fun Race, bei dem neben der Mittelzeit auch das Pisten-Outfit in die Wertung mit einfließt. Daher ist dieses Rennen auch für die Zuschauer ein Augenschmaus und man wundert sich bei einigen Rennteilnehmern schon, mit welchem Reisegepäck sie wohl in die Alpen gekommen sein müssen, um mit so aufwändigen Kreationen mächtigen Eindruck zu hinterlassen. Neu im Programm ist der James Bond Adrenalin Cup, bei dem man sich auf Skiern in zehn Disziplinen bewäh-ren muss. Aber auch hier zählt der Spaß – nicht die sportliche Leistungsschau.

 
 Jurorinnen beim Gay Fun Race - neben der Mittelzeit zählt auch das Outfit


Wiedersehen im nächsten Jahr
Eine Woche geht irrsinnig schnell vorbei, wenn man sich wohlfühlt und ein vielfältiges Programm genießen kann. Jan, seine Clique und ich sitzen im gleichen Bus Richtung München, wo die Berliner noch zwei Nächte vor der endgültigen Heimreise verbringen. Jans Fazit: Wintersport hat schon was und er wird nicht das letzte Mal mit Brettern unter den Füßen unterwegs gewesen sein. Dass man zum GSH in Sölden richtig Gay Clubbing machen kann, hatte er so nicht erwartet. Ob man sich nächstes Jahr wieder sieht: Ja, schließlich sei er da ja schon mit verschiedenen Leuten verabredet – gleiche Zeit, gleicher Ort. Wie bei einem Familientreffen eben.

 
Das GSH ist ein Familientreffen mit Wahlverwandschaften


Star Clubbing mit Conchita 4711 beim GSH


[mn]

Weitere Informationen:

Hotelempfehlung

Wir werden als Crew Hotel und als Empfehlung wieder das     Hotel Bäckelarwirt direkt an der Gaislachkogelbahn nehmen, wo wir ein Kontingent von mehr als die Hälfte der 48 Zimmer für euch reserviert haben. Die Preise in der Woche im Einzelzimmer sind EUR 129.-  und im Doppelzimmer EUR 114.- pro Person und Nacht inkl. Halbpension. Das Hotel bietet euch einen Frühbucherrabatt von 10% bei Buchung bis zum 15.10.2016 an, allerdings nur bei Buchung via Email an hotel@baeckelarwirt.at! Bitte erwähnt dabei als Buchungscode "Tom On Tour."

Wer gerne in einem Apartmenthaus wohnt, dem empfehlen wir das Gästehaus Europa, Dorfstr.170, gleich gegenüber vom Bäckelarwirt. www.haus-europa.at  +43 5254 2642.  Das Haus bietet Frühstück an, und es ist auch möglich, die Halbpension im Bäckelarwirt dazuzubuchen.

Wer lieber zentral in Sölden und näher an der Giggijochbahn wohnen möchte, dem können wir das neu ausgebaute die berge lifestyle-hotel sölden Gemeindestr.2 wo die Freizeitarena ist, empfehlen. Das Hotel öffnet im Juni 2016 und ist eine Erweiterung vom Granat Apartmenthaus.

Auch der Partypass wird für nächstes Jahr schon im Herbst 2016 auf der Webseite von www.gaysnowhappening.com buchbar sein, wir werden euch frühzeitig auf unseren Facebook Seiten darauf hinweisen.

Weitere Hotels findet ihr hier: